Gedanken Teil 1

Meine werten Freunde und Geschwister im Geiste

So viele Dinge geschehen gerade, die einem zum Nachdenken stimmen. Gerade war da der Lockdown in aller Ohren und Munde, so passierte doch etwas weiteres, daß eventuell unsere Geselllschaftsstruktur stark verändern wird können. Zu schmerzhaft ist das, was passiert ist. Es wird Konsequenzen geben müssen.

Die Welt steht Kopf – da fällt mir gerade auch der sehr gute, gleichnamige Film dazu ein. Empfehlenswert ist es ihn anzusehen, denn er hat gute Nachrichten. Und wenn es hier in meinem Thema um Corona und im Film um eine pubertierende Jugendliche geht, oder.um den Anschkag in Wien, so haben diese Themen sehr viele Parallelen. Es geht um Gemütsregungen und dem, was sie mit uns machen.

Wie auch immer – ich werde beim Thema Corona bleiben, das ich meine Worte schon vor dem Anschlag verfaßt hatte.

Momentan geht es wieder einem Lockdown zu, besser gesagt, er ist da. Dies ist Fakt und damit haben wir momentan zu leben. 

Ich melde mich hier diesmal wegen Corona zu Wort, und obwohl schon sehr viel darüber geschrieben und geredet wurde, sehe ich den Zeitpunkt für korrekt dafür, dies jetzt zu tun. Es geht hier um meine persönliche Sichtweise und es liegt mir nichts daran, hier jemanden persönlich anzugreifen – es ist, was es ist: ein persönliches Resümee über den aktuellen Corona(zu)stand. Das Gegenteil ist meine Absicht. Sollte jemand sich aber angegriffen fühlen, so tut es mir leid. Ich bin der Meinung, daß wir hier erwachsene Menschen sind, die es gelernt haben mit Kritik umzugehen und gerade die Kritik von Freunden sollte uns wichtig sein. Freunde, die nur Schönes sagen und schonen, sind keine Freunde – sie sind versteckte Feinde. 

Ich lese und höre oft die verschiedenen Einstellungen zum Thema Corona, die überall herum kursieren, und zumeist sind sie voller Emotionen, und zwar destruktiver Emotionen. Sachlichkeit wird zumeist sehr subjektiv, und selten enthalten sie eine korrekte Wiedergabe des tatsächlichen Sachbestandes. Die Realität wird leider nur allzuoft verzerrt und nur fragmenthaft wiedergegeben. Das ist nicht nur Schade, sondern kann sich sehr gefährlich auf das ganze System auswirken, daß im Moment ohnehin auf sehr wackeligen Beinen steht. 

Niemandem ist damit geholfen, halbe Wahrheiten, die man sowieso nur von irgendwo und irgendjemandem gehört hat, der es auch von irgendjemandem gehört hat, zu verbreiten. Leider wird das aber von vielen Seiten so praktiziert.

Wir wissen genau, daß momentan vieles im Argen liegt und ich gebe allen recht, die denken, daß dem so ist. Was ich inzwischen feststellen durfte ist, daß die Fakten von den allen Seiten nicht mehr klar angesehen werden und daß jeder nur noch seinen Senf dazu gibt. Es wird in alle Richtungen nur noch gepuscht und aufgeplustert – und jeder glaubt sich im Recht zu sehen. Die Möglichkeit, daß aber beide Seiten Recht haben (könnten), wird oftmals gerne übersehen und daß beide Seiten zum Teil auch richtig mit ihrer Meinung sind, wird nicht gerne gesehen, das ist für mich Fakt. Es gibt niemanden der nur recht hat, und auch niemanden der nur falsch liegt. Für viele scheint das nicht zu gelten und anscheinend glauben sie, so scheint es, daß ohnehin nur die eigen Meinung Gewicht zu haben hat – denn was wissen die andren schon? Diese Art von Gedankengang und Umgang damit stimmt mich persönlich sehr bedenklich. 

Um etwas in das rechte Lot zu bringen, ist man gezwungen mit Fakten zu arbeiten. Man muß bereit seine Inhalte zu prüfen und auch eigene Ideen zur Seite zu legen, wenn notwendig – und am allerwichtigsten ist es, sich selbst zu prüfen. Man muß über sich hinaus gehen können, denn es gibt kein größeres Hindernis, als sein eigenes Ego, daß auf Dinge beharrt um des Beharrens willen.

Das Fehler gemacht werden, ist für mich Fakt. Fehler werden überall gemacht – das ist menschlich und das darf sein. Das Problem dabei sehe ich aber nicht darin das Fehler gemacht werden, sondern wie mit ihnen umgegangen wird.

Also: bleiben wir einfach mal bei den Fakten. Anstatt immer und immer wieder den eigenen emotionalen Müll auf andere Menschen loszulassen, können wir uns mal die Zeit nehmen für einen inneren Rückzug – für Besinnung.

Irgendwo habe ich vor kurzem zu lesen war, waren von 100.000 Proben 4.000 falsch, beziehungsweise, gesunde Menschen wurden als positiv getestet. Ich kann diese Behauptung leider nicht prüfen, aber nehmen wir einfach mal, es würde stimmen, so würde das doch bedeuten, daß 96.000 korrekt getestet waren und nur 4.000 eben nicht. Die Quote ist also mehr als eindeutig. Und das dabei 4.000 Menschen, die unglücklicher Weise positiv getestet wurden, mich positiver stimmt, als wenn 4.000 Positive, die als negativ getestet worden sind, wird hoffentlich einleuchten.

Zweitens: In Deutschland soll der Test nicht offiziell zugelassen sein. Wieder habe ich das nur vom Hörensagen erfahren. Heißt das, nur weil der Test nicht offiziell zugelassen ist, daß er kein Hilfsmittel sein kann und darf? Das Argument, daß wenn etwas nicht zugelassen ist, wir sehr gerne von den Gegnern verwendet. Ob dies aber hilfreich ist, das sei dahingestellt und ich selbst wage diese Aussage zu bezweifeln. Nicht nur das – ich finde sie sehr anstössig und verwerflich. 

Drittens: als Betroffener kann ich wohl am ehestens ein Lied davon singen, wenn es darum geht, was es bedeutet Corona zu haben. Wer es selbst noch nicht gehabt hat oder wer nicht zumindest indirekt damit zu tun gehabt hat, der kann auch nichts dazu sagen, auch wenn er viel davon zu reden glaubt zu müssen.

Fakt ist, daß unser gesamtes gesellschaftliches System am Limit ist. Was das bedeuten kann? So soll sich jeder einmal Gedanken darüber machen, wie es ihm persönlich gegangen ist, als er in eine Situation geraten ist, wo er überfordert wurde und ans eigene Limit kam. Und jeder einzelne kann sich selbst die Antwort geben, wie er denn fähig war, mit dieser Situation um zugehen. 

Fakt ist, daß momentan die Behörden sehr im Streß sind. Sie sind überfordert mit dem was momentan ist. Ich habe es selbst erlebt, was die Mitarbeiter vom Infektionsteam alles erleben müssen. Bei uns in Vorarlberg, einem kleinen österreichischen Bundesland, sind es täglich über 2000 Anrufe in die Zentrale, Tendenz steigernd, das sind nur die Eingehenden – von den anderen wollen wir gar nicht mehr reden, geschweige denn vom Schriftverkehr. Ich habe auch erlebt, wie all diese tolle Menschen trotzdem fachlich sachlich, nett, höflich und fürsorglich bleiben. In meinen Augen ein Vorbild für uns alle. Und dies ist auch Fakt.

Fakt ist, daß die Behörden sich etwas einfallen lassen müssen, daß das Gesundheitssystem nicht kollabiert. Das ist deren Pflicht uns gegenüber.  Natürlich werden nicht alle Maßnahmen populär sein. Das müssen sie auch nicht. Wir wissen: es allen recht zu tun, ist eine Tugend die niemand kann. Und noch etwas: wichtig ist, daß man die Sache angeht – und sollte dann trotzdem die große Überforderung kommen, weil es die Natur der Sache sein kann, dann weiß man, daß man alles mögliche dafür getan hat. 

Fakt ist, daß der Virus überall auftauchen kann, inzwischen sogar, ohne daß man eine Kontaktperson hatte und Fakt ist, daß dieser Virus nicht unbedenklich ist, auch wenn er oftmals so hingestellt wird. Fakt ist aber auch, daß auch ein Grippevirus etwas anrichten kann, oder auch jener Virus der für Erkältungen zuständig ist, und überhaupt jeder ansteckende Virus oder Krankheit. Und Fakt ist, daß wir, wenn wir überhaupt nur einen Hauch von Verantwortungsgefühl in uns tragen, wir egal um welche dieser Krankheiten es geht, wir Fürsorge für unsere Mitmenschen tragen müssen. Die eigene Einstellung zu Corona ist dabei sehr unbedeutend, da in diesem Falle wir dem Höheren verpflichtet sind.

Fakt ist, daß niemand – und zwar gar niemand – weder die Behörden, noch die Gegner einen blassen Schimmer darüber haben, was dieser Virus tatsächlich ist und was er anrichten kann. Vermutungen  und Hören-Sagen sind an der Tagesordnung – Maßnahmen werden oft über Bord geworfen müssen, daß sie sich als unnütz gezeigt haben. An gewisse hält man sich aber, weil man eben einen Halt braucht, um nicht ganz zu verzweifeln (siehe Masken und Klopapier).

Eigentlich geht es nicht um den Virus. Es geht mehr darum, was es mit uns macht. Wie wir mit dem vorhandenen Streß umzugehen pflegen und ob wir uns selbst unter Kontrolle haben.

Ich selbst bin kein Freund von all den offiziellen Maßnahmen, denn hiermit gehen wir einen Weg, der vielen Menschen schaden wird. Ich beneide die verantwortlichen Zuständigen unseres Landes nicht um ihre Verantwortung, die sie momentan zu tragen haben. Das aber diese offiziellen Maßnahmen ihre Berechtigung haben, sei all jenen gedankt, die sich nicht an die grundsätzlichen und natürlichen Gesellschaftsregeln halten können und wollen und sich rein aus Trotz darauf unverantwortlich und gemeinwohlgefährdend verhalten.

Fakt ist auch, daß nur allzuviel im Unklaren ist und daß alle verunsichert sind – und Unsicherheit ist nicht die beste Voraussetzung für ein sicheres Handeln – Unsicherheit schürt Ängste immer mehr – WAS FÜR EIN DILEMMA!!!

Nun, wie ein Coronaverlauf tatsächlich ist (hier beschreibe ich meinen eigenen) werde ich euch gerne hier beschreiben. Ich bemühe mich dabei sachlich zu bleiben.

Es geht bei mir nun in die zweite Runde, denn auch der 2. Test war positiv. Somit heißt das für mich, weiter in der Quarantäne bleiben zu müssen, was für mich als verantwortungsvoll denkender Mensch, ganz klar ist. Denn hier geht es nicht um mich, sondern um uns alle, denn ihr alle seid es wert respektvoll behandelt zu werden. Da ich momentan sehr viel Zeit habe, habe ich mir natürlich sehr viele Gedanken darüber machen können, was momentan geschieht. Ich kann natürlich nur von mir aus gehen, von meinen eigenen Erfahrungen erzählen. Zudem möchte ich noch erwähnen, daß natürlich auch der zweite positive Test mich sehr fordert. Ich freute mich schon darauf, daß es vorbei ist. Leider muß ich mich aber dem Schicksal fügen. Eine gute Lernaufgabe für mich, mich selbst zurück zu nehmen. Und ich bin gewillt mir den positiven Aspekt anzusehen: ich habe Zeit den Fokus auf mich und meine eigene Weiterentwicklung zu richten. Eine große Bürde, vorallem wenn man dementsprechende Lehrer hat. Segen muß sich nicht immer gut anfühlen. *schmunzel*

Also weiter zu meiner Coronageschichte: 

Als ich am Abend des 22.10. die ersten Symptome gespürt habe, habe ich mich am folgenden Tag entschieden die Nummer 1450 (Österreichische Gesundheitshotline) anzurufen und zum Hausarzt zu gehen, um mich testen zu lassen. Ich unterzog mich dem Anti-Gen-Test, der positiv war. Der Anti-Gen-Test deutet nur auf einen Infekt hin, ist aber sehr ungenau. Der PCR-Test ist da um vieles genauer. Daraufhin habe ich mich entschieden freiwillig in die Quarantäne zu gehen. Schon aus beruflichen Gründen, bin ich verpflichtet diesen Test zu machen – aber nicht nur, denn ich fühle mich auch allen Mitmenschen gegenüber sehr verantwortlich. Am 25.10. machte ich den ersten PCR-Test in Röthis, der den positiven Anti-Gen-Test bestätigte. Am ersten Tag hatte ich 37,3° Körpertemperatur, alle folgenden Tage bis heute war meine Temperatur zwischen 35,9 und 36,7°C. Mein Befinden ist recht gut, nur daß ich etwas schneller aus dem Atem komme. Ich huste sehr sehr selten, jedoch verspüre ich durchgehend eine leichte Brustenge. 

Am 30.10. wurde ich abermals getestet. Am 02.11.2020 habe ich die Benachrichtigung bekommen, daß ich weiterhin positiv bin. Das Bedeutet für mich, daß ich weiterhin in Quarantäne bleiben muß, was ich auch tun werde. 

Was mich an der ganzen Sache fasziniert ist, daß ich niemanden getroffen habe, der Corona positiv ist. Und daß, obwohl Tanja mit mir im selben Haushalt mit mir lebt, hat sie keinerlei Anzeichen hat. Dies bringt mich zu den Gedanken, daß man es überall ohne Hinweise bekommen kann, und daß man auch damit leben kann, ohne es selbst zu bekommen. Alles was bisher als offiziell erklärt wurde, stellt sich auf den Kopf. Weder die Übertragungsart ist klar definierbar, noch die Länge der Dauer, noch der Schwierigkeitsgrad, noch die genaue Definition der Zielpersonen. Ich selbst war und bin immer noch der Überzeugung, daß es keinerlei Möglichkeit gibt, sich zu schützen. Man kann nur damit leben. Damit will ich nicht sagen, daß man nicht auf sich gegenseitig schauen muß. Würde ich so denken, würde ich mich nicht freiwillig in Quarantäne begeben, und dies nun schon den 12. Tag in Folge. 

Ich sehe, wie gerade jene überfordert sind, die sich in den Dienst der Gesellschaft gestellt haben: die Mitarbeiter des Roten Kreuzes, die Ärzte und die Behörden, welche die politisch gesetzten Rahmenbedingungen durchsetzen und einhalten müssen. Dies passiert darum, weil die Fallzahlen steigend sind, und niemand weiß wie das möglich ist. Der Lockdown wird zeigen, ob diese Maßnahme hilfreich sein wird oder nicht. 

Mein Fall zeigt, daß niemand davon gefeit ist. Ich selbst habe den großen Vorteil, daß mein Arbeitsplatz nicht in Gefahr ist und daß ich von Menschen umgeben bin, die sich um mich kümmern und für mich da sind.

Wie viele haben jedoch diesen Vorteil nicht? Viele Menschen haben sehr berechtigte Existenzängste – weil der Arbeitsplatz in Gefahr und weil vielleicht niemanden gibt, der ihn versorgt. Oft kann es passieren, daß man aus Angst falsche Schlüsse zieht, dem entsprechend handelt und dann die Konsequenzen zu tragen hat, das das Dilemma noch verstärkt. Viele trifft es tragisch – sie haben, nicht so wie ich, einen leichten Verlauf. Oder es trifft sie indirekt: Arbeitsplatzverlust, aber einfach nur Ängste, wie z.B. daß wir plötzlich durch Mangel an Lebensmittel betroffen sein könnten, schürt Ängst. Das Gesundheitssystem kann überlastet werden. So kann es sein, daß manch einer, der unbedingt beim Arzt oder in Spital behandelt werden muß, erst sehr viel später, dann meist zu spät behandelt werden wird. Auch Angst vor Vereinsamung ist auch etwas, was viele trifft. Und diese Angst ist nicht ohne. Niemand weiß es besser, wie das ist, der schon einmal davon betroffen war. Es ist wahrscheinlich so, daß es zu depressivem Verhalten kommen wird – was dann sein kann, ist daß es bei weitem viel mehr Corona-Todesopfer geben kann, als durch Corona selbst je passieren könnte.

Dies, meine Lieben, sind reale Ängste. Viele Menschen werden von denjenigen belächelt, die sich sicher ihn ihrem Nest währen. Sie ziehen es in Lächerliche. Aber wie wir gesehen haben, kann Unerwartetes plötzlich real werden und jeden einzelnen treffen, so wie das Coronavirus mich getroffen hat. 

Laßt euch sagen: Das Wissen um diese Ängste ist zu begrüßen, denn es ermöglicht etwas dagegen zu unternehmen. Wir können freundsam für einander da sein und jene unterstützen, die gerade in höchster Not sind. Was jedoch nicht zu begrüßen ist, sind erfundene und verdrehte Fakten, die durch Medien, seien es Zeitungen, Fernseh- und Radiosendungen und auch die sozialen Medien, wie Facebook und ähnliches kursieren.

Wie auch immer: wir müssen, trotz allem was momentan passiert in einer positiven Haltung verweilen. Die innere Einstellung ist das, was im Moment am wichtigsten ist. Und wir müssen wieder mehr Mitgefühl zeigen, für jene, die tatsächlich betroffen sind, sei es durch Corona selbst oder durch die Ängste, die lähmen. Jeder von uns selbst hat es in der Hand, welches Werkzeug er verwenden wird – das Angstwerkzeug oder das Werkzeug, Miteinander und Füreinander genannt. 

Euer Wega

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