Samhain, Samonios, Vetrnóttablót

Werte Freunde und Geschwister im Geiste

Heuer ist alles anders als sonst – natürlich coronabedingt. Darum feierten wir, weil ich selbst Corona positiv getestet worden bin, so verantwortungsbewußt, wie wir vom ÖDO sind, auch nicht in der Gruppe. Doch die Gruppe traf sich trotzdem, jedoch nicht vor Ort am Kultplatz, sondern per Zoom. Erzdruide Uthar Ariwinnar leitet gemeinsam mit Taibshear Arwen die Zeremonie zu Ehren unserer Ahnen. Alle Anwesenden waren andachtsvoll dabei und an all jene die dabei waren und die sonst noch zu Samhain sich an ihre Ahnen erinnerten und mit ihnen feierten ebenso ein großes Dankeschön an euch und im Namen des ÖDO wünsche ich euch allen ein gesundes, zufriedenes, glückliches und gesegnetes neues Jahr.

Ich möchte nun weiter unten etwas Wissen über eines der wichtigsten Naturspirituellen Feste beschreiben….

In diesem Sinne von Wahrheit, Friede und Freundsamkeit

Euer Wega Tawelwch

Samhain, Samonios, Halloween, Vetrnóttablót

Die traditionelle naturspirituelle Kultur hat Sonnen- und Mondfeste. Zu einem der wichtigsten Feste im Allgemeinen gehört Samonios, was der festlandkeltische Name des Ahnenfestes ist, das auch den Namen Samhain (inselkeltisch) oder Vetrnóttablót (nordisch) trägt.

Der Ahnenkult ist im allgemeinen eine der bedeutendsten Kulte im Leben eines naturspirituell denkenden Menschen. 

Den Zeitpunkt, wenn das Feste gefeiert werden soll, gibt niemand anderes vor, als die Natur. Wann der Zeitpunkt sein soll, daß wird in verschiedenen Büchern und Überlieferungen verschieden dargestellt. Der 31. Oktober wird oft erwähnt, dieses Datum hat aber naturspirituell gesehen überhaupt keinerlei Bedeutung, es sei den, der Zeitpunkt des Vollmondes würde rein zufällig auf diese Datum fallen. Allgemein sei gesagt, daß das Fest am zweiten Vollmond nach der Herbst-Tag-Nacht-Gleiche gefeiert wird. Heuer findet also Samonios/Samhain/Vetrnóttablót am 30. Oktober 2020 statt, obwohl der Vollmond erst am 31. Oktober ist, exakt um 15:49. Der Grund, warum schon am 30. Oktober gefeiert wird, ist, daß immer vom Dunklen ins Helle gefeiert wird. Sozusagen ist dies wie eine Geburt, also ein natürlicher Vorgang, denn auch das Kind wird aus der Dunkelheit in die Helligkeit entlassen – und aus der Dunkelheit wird Alles geboren. Dieses Naturprinzip ist ein wichtiges, darum sollte auch der Mensch sich daran halten und der weise Mensch wird sich daran halten, schon aus Respekt der Natur gegenüber, denn er ist nichts anders als Teil der Natur und er steht nicht außerhalb, ja er kann nicht außerhalb davon stehen.

Samonios/Samhain/Vetrnóttablót ist geschichtlich gesehen eines der älteste Feste und kann bis vor etwa 5000 Jahre geschichtlich belegt werden.

Samhain heißt übersetzt Sommerende und der nordische Name Vetrnóttablót sagt aus was es ist – es ist die Winternacht – also der Beginn des Winters, die erste Nacht der Winterzeit, der dunklen Zeit und des neuen Jahres – ja, es ist Neujahrsbeginn. Es ist die Zeit der Wilden Jagd, wo die Riesen die Götterburg stürmen, wo sich Götter, Einherjar und Ahnen versammeln zum Ragnarök. 

Mytholisch gesehen ist Samonios/Vetrnótta folgender Weise beschrieben: In der Edda, genauer gesagt im Rigsmál, ist Heimdal als Urahne der Menschen beschrieben, den er ist der Gott, dem die Menschen ihr dasein verdanken. Im Fórspjallsljód steht der Niedergang der Göttin Idunn vom Weltenbaum. Dies erinnert an das Fallen der Blätter im Herbst und die Ernte, denn Idunn ist die Hüterin der goldenen Jugendäpfel, die sie an die Götter verteilte, damit sie nicht altern. 

Odin und Frigga sind die Totengottheiten und somit die Götter der Verstorbenen. Und ebenso Freya, denn sie ist die Anführerin der Walkyren und bekommt die Hälfte der Gefallenen, die andere Hälfte geht an Odin. Sogar Freyr wird in der Winternacht angerufen, so wie es in der Gisla Saga beschrieben wird. Eventuell könnte der Begriff Allerheiligen dadurch dadurch entstanden sein, daß um die Anrufung der Allerheilisten, der Götter, abgeleitet sein könnte. 

In der keltischen Mythologie ist Samhain das Fest der Toten. Die Toten sind die Bewohner der Sid(he) (Feenhügel) die nur zu Samhain verlassen oder betreten werden können. Die Dimensionen der Lebenden und der Todten sind nicht mehr durch Tore versperrt und frei durchschreitbar. Es ist also gefährlich für die Lebenden sich außer Haus zu befinden, den die Todten wollen ihre Opfer und die Gefahr an diesem Tag einen Todten zu treffen ist besonders groß. Zu Samhain wurden dem Unterweltgott Cenn Crúach Blutopfer gebracht. Diese Opfer dienen der Anflehung der Fruchtbarkeit für Feld, Vieh und Familie. Samhain ist auch der Todestag des Königs Tigernmas, der auch der Unterwelts-, Fruchtbarkeits- und Vatergottheit ist. Er nahm zwei Drittel der Bevölkerung mit in den Tod. Zu Samhain besiegten auch die Túata Dé Danaan die Formori in der zweiten Schlacht von Mag Tuired. Auch sie können zu Samhain die Sidhe verlassen. 

Geschichtlich gesehen war es der wichtigste Tag für Versammlungen. Seit 700 vor der Zeitenwende sollen in Tara die Versammlungen stattfinden. Es heißt auch das Fest von Tara. Eine andere wichtige keltische Veranstaltung ist das Treffen von Ulster, wo jeder Mann aus Ulster auf königlichem Geheiß dabei sein mußte. Nichtanwesenheit wurde mit dem Tode geahndet. Auch wurde zu Samhain Gericht gehalten und Todesurteile wurden vollstreckt. 

Das Brauchtum zu Samhain (keltisch) und Vetrnóttablót (nordisch) ist vergleichbar: man stellt die Wilde Jagd dar, macht Umzüge mit Laternen aus Steckrüben oder Kürbisen und verkleidet sich, sodaß die Toten einen nicht erkennen können, stellt Lichter und Speisen für die Ahnen für drei Tag ans Fenster oder in die Natur. Steckrübe oder Kürbis sind sowohl im Keltischen, als auch im Nordischen bekannt. Auch kennt man Gebildegebäcke in Form von Hirschgeweih, was eben an Cernonos, bzw. Freyr erinnert.

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