Lughnasadh, am 23.07.21 Bazora, Vorarlberg

Es ist Erntezeit …. Schnitterzeit …..
Gemeinsam haben wir eine wunderschöne Getreidegöttin gebunden …
Denn Mutter Natur stirbt mit der Ernte und opfert sich, um unseren Wohlstand und unser Leben zu sichern. Mit unseren Herzen, unserem Geist und unserer Seele verbinden wir uns mit ihr … denn wir Erdenkinder tragen die Verantwortung für unsere grosse Mutter und kommen zusammen, um unseren Dank, unsere Gebethe und die Bitten um Schutz und Segen in das heilige Feuer zu sprechen und gemeinsam um das Feuer zu tanzen.

Denn das Feuer singt, der Wind singt, das Wasser singt, alles ist durchdrungen von der heiligen Energie. Wir sind die Kinder dieser Erde, also singen und bethen auch wir, um uns bei der großen Mutter Erde zu bedanken.

Der Götter und Göttinnen Segen sei mit dir / mit euch!
Herzlicher Gruss, Thara

Wenn eine Biene stirbt..

mit den Augen eines Kindes gesehen.

Kinder scheinen uns manches Mal zu verzaubern. Wie einfach sie die Dinge sehen, welche Worte sie wählen. Es ist ihr direkter, unkomplizierter, klarer Zugang zu den Dingen, zu der Welt, ihr Zugang zu der Anderswelt!

Und genau das macht ihren Zauber aus: noch recht unbewusst, aber mit weit geöffneten Augen die Welt zu sehen und die Dinge zu benennen. Und genau davon erzählt uns diese wahre Geschichte: von einem heißen Junitag und dem Tod einer Biene.

Es ist ein heißer Juninachmittag, der Borretsch steht in voller Blüte. Auch der Natternkopf und die Rosen öffnen weit ihre üppig blühenden und duftenden Kelche, um von tausenden Bienen und Hummeln und vielen anderen Tierchen besucht zu werden.

Zack! Da durchfährt plötzlich ein Schmerz den Finger der Mutter: zuerst begreift sie nicht, doch als sie den Stachel im Finger sieht, wird es recht schnell klar. Eine Biene muss gerade in dem Moment auf dem Rücken des Sohnes gelandet sein, als sie hinten hingreift und das T-Shirt des Jungen hochraffen will. Nach der raschen Suche nach einem Spitzwegerichblatt, kaut sie kurz darauf und legt es dann auf den pochenden Finger.

Die Kinder sind ganz überrascht. Begleitet von hunderten von Fragen sind sie dem Schauspiel gefolgt und jetzt wollen sie aber wirklich wissen, ob das weh tut, wieso die Biene so was macht … und, und, … und natürlich: wo ist die Biene jetzt?

Schnell gefunden: die Biene liegt am Boden neben dem Borretsch, wo die Mutter vorhin versucht hatte die Kleidung weg zu bekommen. Unter Flügelgebrumm der anderen hundert Schwestern knien die drei auf den Boden, um die noch zuckende Biene herum.

„Oh je, jetzt geht es ihr nicht mehr gut“, sagt die Mama. „Jetzt hat sie ihren Stachel an meinen Finger verloren.“ Das Mädchen fragt: „Wird sie jetzt sterben?“. „Ja“, antwortet die Mutter, „jetzt können wir leider gar nichts für dich tun liebe Biene! Schade.“ Nach einer kurzen Stille platzt es aus der Tochter heraus: „Doch! Doch, wir können noch etwas tun! Wir können ihr etwas mitgeben. Liebe Biene, wenn du jetzt stirbst, kommst du in die Anderswelt und kommst wieder auf die Welt, als Tier oder als Mensch. Ich wünsch dir eine ganz gute Reise und dass es dir gut geht. Und du wirst es ganz gut haben, und als ganz etwas Tolles wieder auf die Welt kommen, ein Pferd oder so. Das verspreche ich dir!“

Stille.

Vollkommen baff schaute die Mutter ihre Tochter an. Ihr Bruder ruft nur noch: „Ja genau, dir wird es ganz gut gehen!“ springt auf und davon zum nächsten Abenteuer. Die Mama streicht dem Mädchen nur noch über den Schopf: „Das war aber ein schönes Geschenk für das Tierchen.“. Die Tochter gibt einen kurzen Kuss zurück, springt auf und schnell dem Bruder hinterher… und schon ist die Biene wieder verschwunden…