Wir neigen uns vor dem göttlichen im Menschen.

Einst war ein junger, aber verbitterter Bauer, dessen liebste Kuh gestorben war. Sie hatte sich eine Verletzung beim Alpabtrieb zugezogen und da sie schon recht alt war konnte sie die Kraft nicht mehr aufbringen, um sich zu erholen.

Der Bauer wurde nur noch erboster, weil er sein Tier verlor, auch weil sie ihm sehr nahe war. Und auch wenn er noch zwei Kühe hatte, musste man schon schauen, wie man gut über die Runden kam.

Nun suchte er in seinem Gram einen Schuldigen für das Unglück, und er fand keinen anderen, als den alten Druiden des Dorfes. Dieser hatte zu Beginn des Sommers die Kühe und die Alpe gesegnet, so wie sie es seit alters her jedes Jahr taten. Der Bauer konnte sich keinen besseren Reim darauf machen, als dass der Druide einen Fehler gemacht haben musste, oder könnte es sogar Absicht gewesen sein…?

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Respekt und Wertschätzung

Menschen, die bemüht sind naturnah zu leben, sehen es als Selbstverständlichkeit an, mit den Ressourcen, die uns die Natur schenkt, sorgsam und nachhaltig umzugehen. 

Das gilt für Lebensmittel, Wasser und auch diverse andere Rohstoffe. Aber natürlich auch Erzeugerprodukte, die immer in zweiter Ebene von diesen Naturgeschenken kommen, werden bedacht verwendet. Vor allem kosten diese noch mehr Arbeitsaufwand, haben längere Transportwege und haben einen höheren Verbrauch an Ressourcen. Hier sei nur ein Beispiel, das aktuell in aller Munde ist: der Strom. 

Wenn wir überlegen, ob wir nun Strom sparen müssen, ist das doch die falsche Frage, denn sie impliziert, dass wir jetzt im Moment sparen müssen, was wir in der Vergangenheit und auch in der Zukunft wieder verprassen. Wie immer müssen wir uns nicht nur fragen was wir tun, sondern wieso wir das tun. 

Der Punkt ist doch der: Wir leben hier auf der Erde auf einem wunderbaren Flecken, der uns alles gibt und uns versorgt. Es ist unsere Pflicht diese zu ehren und zu schätzen! Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass wir alle Ressourcen und alle Erzeugnisse nur wenn nötig und sinnvoll verwenden. Nicht weil es zu wenig gibt, sondern weil es eine Grundhaltung des Respekts und Wertschätzung unseres Lebensraumes ausdrückt.

Und dies müssen wir als Menschen im alltäglichen Leben umsetzen und auch im Öffentlichen! Es ist die Pflicht aller Unternehmen, dies zu einer Grundlage ihrer Arbeit zu machen, umso größer und globaler ihr Wirken ist, umso mehr. Vor allem muss es aber ein Grundsatz jeder öffentlichen Hand, jeder Regierung, jeder öffentlichen Körperschaft sein, auch hausintern achtsam mit Ressourcen umzugehen. 

Nicht aus Mangel, sondern aus Respekt.

Eure Dela

Wenn eine Biene stirbt..

mit den Augen eines Kindes gesehen.

Kinder scheinen uns manches Mal zu verzaubern. Wie einfach sie die Dinge sehen, welche Worte sie wählen. Es ist ihr direkter, unkomplizierter, klarer Zugang zu den Dingen, zu der Welt, ihr Zugang zu der Anderswelt!

Und genau das macht ihren Zauber aus: noch recht unbewusst, aber mit weit geöffneten Augen die Welt zu sehen und die Dinge zu benennen. Und genau davon erzählt uns diese wahre Geschichte: von einem heißen Junitag und dem Tod einer Biene.

Es ist ein heißer Juninachmittag, der Borretsch steht in voller Blüte. Auch der Natternkopf und die Rosen öffnen weit ihre üppig blühenden und duftenden Kelche, um von tausenden Bienen und Hummeln und vielen anderen Tierchen besucht zu werden.

Zack! Da durchfährt plötzlich ein Schmerz den Finger der Mutter: zuerst begreift sie nicht, doch als sie den Stachel im Finger sieht, wird es recht schnell klar. Eine Biene muss gerade in dem Moment auf dem Rücken des Sohnes gelandet sein, als sie hinten hingreift und das T-Shirt des Jungen hochraffen will. Nach der raschen Suche nach einem Spitzwegerichblatt, kaut sie kurz darauf und legt es dann auf den pochenden Finger.

Die Kinder sind ganz überrascht. Begleitet von hunderten von Fragen sind sie dem Schauspiel gefolgt und jetzt wollen sie aber wirklich wissen, ob das weh tut, wieso die Biene so was macht … und, und, … und natürlich: wo ist die Biene jetzt?

Schnell gefunden: die Biene liegt am Boden neben dem Borretsch, wo die Mutter vorhin versucht hatte die Kleidung weg zu bekommen. Unter Flügelgebrumm der anderen hundert Schwestern knien die drei auf den Boden, um die noch zuckende Biene herum.

„Oh je, jetzt geht es ihr nicht mehr gut“, sagt die Mama. „Jetzt hat sie ihren Stachel an meinen Finger verloren.“ Das Mädchen fragt: „Wird sie jetzt sterben?“. „Ja“, antwortet die Mutter, „jetzt können wir leider gar nichts für dich tun liebe Biene! Schade.“ Nach einer kurzen Stille platzt es aus der Tochter heraus: „Doch! Doch, wir können noch etwas tun! Wir können ihr etwas mitgeben. Liebe Biene, wenn du jetzt stirbst, kommst du in die Anderswelt und kommst wieder auf die Welt, als Tier oder als Mensch. Ich wünsch dir eine ganz gute Reise und dass es dir gut geht. Und du wirst es ganz gut haben, und als ganz etwas Tolles wieder auf die Welt kommen, ein Pferd oder so. Das verspreche ich dir!“

Stille.

Vollkommen baff schaute die Mutter ihre Tochter an. Ihr Bruder ruft nur noch: „Ja genau, dir wird es ganz gut gehen!“ springt auf und davon zum nächsten Abenteuer. Die Mama streicht dem Mädchen nur noch über den Schopf: „Das war aber ein schönes Geschenk für das Tierchen.“. Die Tochter gibt einen kurzen Kuss zurück, springt auf und schnell dem Bruder hinterher… und schon ist die Biene wieder verschwunden…